NEUE MEDIEN » Monika Fleischmann


Monika Fleischmann
MARS-Exploratory Media Lab,
Fraunhofer Institut
für Medienkommunikation

Medienkunst: Mit Medien umgehen lernen

Heutige Kinder und Jugendliche sind mit raumübergreifenden Kommunikationstechniken aufgewachsen. Sie kennen sich aus in den Gesprächsforen des elektronischen Netzes, die stärker von Spielregeln geprägt sind als von wirklichen Personen. Eine persönliche Anwesenheit aller Spieler an einem wirklichen Ort ist nicht notwendig. Verändert sich dadurch unser Begriff von Kommunikation? Zumindest verändern sich durch neue Formen der Kommunikation unsere Begriffe von Wirklichkeit und Fiktion. Welchen Einfluss haben die neuen Kommunikationsmedien auf die kreative Praxis von Kindern? Wie lernen Kinder fiktive und reale Welten zu unterscheiden? Interkulturelles Lernen entsteht durch Interaktion mit der Umwelt und wird Kindern auf der Straße, im Kindergarten, in der Familie und in musisch-künstlerischen Fächern vermittelt falls Eltern, Erzieher und Lehrer nicht überfordert sind und falls diese Fächer an der Schule überhaupt noch unterrichtet werden.

 

Brauchen Kinder Medien? Kinder brauchen Orientierung, um mit Medien umzugehen, denn ihr Leben ist angefüllt mit Medien. Mit alten Medien wie dem Bilderbuch, mit neuen elektronischen Medien, wie dem Fernsehen, dem Computer oder dem Internet.

Ohne ein gemeinsames Verständnis für Bilder, Texte und Klänge könnten wir uns nicht verständigen. Wie wird das entwickelt? Der Kunstunterricht ist das einzige Schulfach, das sich auf die visuelle Wahrnehmung konzentriert. Er fördert interkulturelle Kompetenzen durch die Ausbildung visueller Unterscheidungsfähigkeit und bildet so die Grundlage für das Verständnis fremder Kulturen wie der eigenen. Ähnliche Professionalisierung gilt für den Musikunterricht auf dem Gebiet des Hörens und Musikverstehens. Der Tanzunterricht, wie er vor wenigen Jahren in der Grundschule - nein, leider nicht in Deutschland, sondern in Neuseeland - als Schulfach eingeführt wurde, bildet die Körper kunst der Bewegung und das bewegte Denken aus. Vielleicht klingt es bei uns frivol, aber das Denken z.B. durch den Tanz in Bewegung zu versetzen, um Dinge immer neu und aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, wäre auch hier eine berechtigte Forderung, um sinnliche Wahrnehmung und körperliche Aktivität in die Schule einzuführen.

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