Vorwort


Dr. Ludwig Spaenle
Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus,
Wissenschaft und Kunst
Bayern ist ein Kulturstaat. Kunst und Kultur haben Bayern von jeher geprägt. Ebenso wie unser kulturelles Erbe ist auch die zeitgenössische Kultur Ausdruck der Identität unseres Landes. Kunst und Kultur tragen entscheidend zur Attraktivität Bayerns bei und sind damit wichtige Standortfaktoren. Die kulturelle Identität unseres Landes prägt aber auch ganz wesentlich den landläufigen Begriff von „Heimat“. In unserer zunehmend globalisierten Welt verspüren viele Menschen wieder ein großes Bedürfnis nach Heimat und entdecken ihre Wurzeln neu – gerade auch Kinder und Jugendliche.

Die Auseinandersetzung mit den Werken bayerischer Künstlerinnen und Künstler, mit ihrer Lebenserfahrung, ihrer Weltanschauung, ihren Idealen und Visionen scheint mir in hervorragender Weise dazu geeignet, diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen. Diese direkte Begegnung kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass wir unseren jungen Menschen „Heimat geben“ – das gilt möglicherweise ganz besonders für diejenigen, die aus anderen Ländern zu uns nach Bayern gekommen sind.

Eine solche Herangehensweise an Kunst und Kultur entspricht beispielhaft dem Bildungsauftrag der Bayerischen Verfassung. Dort heißt es in Artikel 131: „Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.“ Es ist unbestritten, dass der künstlerisch-kulturelle Bereich unverzichtbarer Bestandteil einer solchen ganzheitlichen Bildung ist. Dabei geben wir uns selbstverständlich nicht mit Museumsbesuchen oder der bloßen Vermittlung von kunsthistorischem Wissen zufrieden. Wir setzen vielmehr auf die unmittelbare Begegnung und aktive Auseinandersetzung mit Kunst im weitesten Sinne. So werden Schülerinnen und Schüler durch Musik, Bilder, Plastiken, Filme oder andere Medien emotional berührt. Dadurch gelingt es, Reflexionsprozesse in Gang zu bringen und das eigene kreative Handeln der Schülerinnen und Schüler anzuregen.

Um die Schulen im Bereich der künstlerisch-kulturellen Bildung zu unterstützen, hat der Freistaat Bayern die Stiftung art 131 ins Leben gerufen. Für diese Initiative trete ich aus voller Überzeugung ein. Verschiedene Projekte der Stiftung art 131 in den Bereichen Musik, bildende Kunst, Theater, Literatur, Film und Neue Medien ermöglichen bayerischen Schülerinnen und Schülern die unmittelbare Begegnung mit namhaften Künstlern und professionell Kulturschaffenden. Aufgabe der Stiftung ist es, solche Maßnahmen zu planen, herausragende Künstler und Kulturschaffende als Projektpartner zu gewinnen, diese an die Schulen zu vermitteln und sich um die Finanzierung zu kümmern. Wichtig ist mir dabei auch, dass es von Anfang an um Qualität geht: So wird im Wettbewerb entschieden, welche Schulen an den Projekten teilnehmen dürfen. Bei 5500 Schulen in Bayern finden wir hier ein großes Potenzial.

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